Züchten heißt: Denken in Generationen

Niedersächsisches Hengstaufzuchtgestüt Hunnesrück

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Niedersächsisches Hengstaufzuchtgestüt Hunnesrück   -   Gestütstrasse 10   -   37586  Dassel – Hunnesrück

Telefon: (49) 5564-8216

Fax: (49) 5564-2456

Email: info@gestuet-hunnesrueck.de

Hengstaufzucht

Durch die eigene Hengstaufzucht wird dem Landgestüt ein vom privaten

Hengstmarkt unabhängiges Agieren ermöglicht, da zunehmend finanz-

starke auswärtige Käufer Hengste erwerben und dem Landgestüt dadurch

erschweren  finanziell Schritt zu halten. Doch nur durch die Gestüts-

hengsthaltung ist gewährleistet, dass den Züchtern geeignete Vatertiere

Zu angemessenen Deckgeldsätzen zur Verfügung stehen.

Viele Celler Landbeschäler haben daher ihre Jugendjahre bei uns in Hunnesrück verbracht.  

So die Grandesöhne Gralsritter und Grandenstern, ihre Söhne Gralswächter und Goldfasan sowie Galvano. Die Woermann Söhne Wenzel I u. II, Word Cup I u. II , sowie die World Cup I Söhne Warkant und Walt Disney II, auch dessen Großsöhne Wesley und Weltruhm und der Wenzel I Sohn Westbury und der Rosentau Warkant Sohn Robespierre. Eiger I, seine Söhne Edinburgh und Espri, sowie seine Großsöhne Embassy und El Bundy. Akzent I und Azur v. Absatz, die Argentan Söhne Airport, Archipel und Al Capone. Die Schimmel Wienerwald und Gardekürassier, der Callypso II Sohn Carbid und die Callypso II Großsöhne Laptop und Graf Top. Auch Wendehals, Duellant, Embassy III, Beluga, Lauscher, Falkenstern II, Frappant, Frenchmann, Comte, Perigueux, Chivas, Retoucheur, Satisfaction, Stenograph, Inliner, Don Index und Quarismo wuchsen bei uns auf.

Dies sind nur einige bekannte Namen aus einer langen Liste.

Jedes Jahr im Oktober kommen ca. 50 der erfolgversprechendsten Fohlen aus ganz Niedersachsen im Alter von ungefähr 6 Monaten für zwei Jahre zu uns nach Hunnesrück.

Sie beziehen grundsätzlich nach Farben sortiert die drei oberen der sechs Laufställe. Um den kleineren, bzw. den später im Jahr geborenen Fohlen einen leichteren Start in der Herde zu ermöglichen, wird auch die Größe der Fohlen bei der Herdenzusammenstellung berücksichtigt. Zweimal täglich geht es hinaus ins Paddock. Anfangs geht jede der drei Herden einzeln. Später, wenn sich die Herdenverbände hinreichend entwickelt haben, werden sie nach und nach zu einer großen Herde im Paddock zusammengeführt.

Zu Beginn ihrer Aufzuchtzeit werden die Hengste zum Füttern morgens und abends an ihren festen Futterplätzen entlang der langen Tröge in den Laufställen angebunden. Das Futter gelangt mit Hilfe einer automatischen Futterdosieranlage über Fallrohre an die Futterplätze. Da die Hengste nach einiger Zeit Ihre festen Futterplätze kennen und diese selbstständig zu den Futterzeiten aufsuchen, kann bald auf das Anbinden zu den Mahlzeiten verzichtet werden

 

Aus ihren Futterplätzen ergeben sich ihre Stallnummern, die sie zur Kennung am Halsband tragen, bis sie Hunnesrück im Alter von zweieinhalb Jahren wieder verlassen.

In Zusammenarbeit mit dem Beratungsbüro für Pferdebetriebe „Schade & Partner“ werden neuste Erkenntnisse u.a. aus den Bereichen der Ernährung und Haltung in die Hengstaufzucht eingebracht, um langfristige Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Pferde zu erreichen.

Die Hengste erhalten ausgewogene Kraftfutterrationen unter Berücksichtigung von Grundfutteranalysen.

Während der Eingewöhnungsphase erhalten die Fohlen Stroh und Heu zur Deckung ihres Raufutterbedarfs. Später wird die Fütterung von Heu auf Heulage umgestellt, da deren Herstellung und Lagerung, unter Berücksichtigung der häufigen Regenfälle in unserer Region während der Erntezeit, deutliche Vorteile aufweisen.

Die Hengste werden während der gesamten Aufzuchtszeit tierärztlich betreut. Sie erhalten alle erforderlichen Impfungen und Wurmkuren. Die Hufe werden mehrmals jährlich von einem Hufschmied ausgeschnitten und die Stellung der Hufe wird bei Bedarf korrigiert. Schon bei Ankunft der Fohlen ist eine einwandfreie Impfgeschichte und der Nachweis über die Verabreichung aller erforderlichen Wurmkuren eine Grundvoraussetzung um in Hunnesrück aufgenommen zu werden.

Die eineinhalbjährigen Hengste, die den Sommer auf den höhergelegenen Weiden in Neuhaus (Solling) verbracht haben, kommen mit Beginn des Herbstes zurück nach Hunnesrück, um hier möglichst bis in den späten Herbst hinein ihr Leben auf den großzügigen Weiden rund um das Gestüt zu genießen.

Bei zu schlechter Witterung werden sie vorübergehend in einem außenliegenden überdachten Laufstall untergebracht, bis sie nach Auszug der zweieinhalb-jährigen die unteren 3 Laufställe beziehen.

Die Zweieinhalbjährigen kommen bereits ab Mitte September über Nacht in die Laufställe und werden nur noch tagsüber auf die Weide gelassen, um eine individuelle Zufütterung zu ermöglichen, damit sie sich im November am Tag der Hengstauswahl in optimaler Form präsentieren.

Anfang November lernen sie das erste Mal die Reithalle kennen. Sie lernen sich von ihrer Herde zu lösen um in die Halle geführt zu werden, in der sie sich einige Runden, möglichst im Trab frei bewegen, so wie es von ihnen am Auswahltermin verlangt wird.

 

Die Hengste werden frisiert, denn zum Schutz vor der Witterung tragen die Hengste während ihrer Aufzucht naturbelassenes Langhaar, kennen keinen Striegel und reinigen sich nur durch Sand und Schlammbäder.

Um so gravierender die Wandlung, die sie in dieser Zeit durch machen, um vielleicht auch einmal ein bekannter Name in einer langen Liste Celler Landbeschäler zu werden, die ihre Jugendjahre bei uns in Hunnesrück verbracht haben.